Journal August 2011

Dienstag, 9. August

Wir haben einen ausgesprochen angenehmen Flug von Basel nach Lissabon mit den üblichen "Inkonvenienzen" eines Billigflugs. Gertrud liest bereits beim Landeanflug den Namen unseres Hotels auf einem Hausdach unter uns.


Unser Hotel beim Landeanflug...
Der Transfer zum Hotel Sana Malhão ist problemlos; der Taxifahrer wiederholt zwar den Hotelnamen so, dass wir vorerst verunsichert sind, er tönt so wie Sänä Mälu. Das Zimmer liegt über einer vielbefahrenen Strasse nahe des Busbahnhofs Sete Rios und tatsächlich direkt unter einer Flugschneise des Flughafens. wir fühlen uns sofort zu Hause vom Lärmpegel her. Die 37°C machen uns mehr zu schaffen. Zum Nachtessen gehen wir aufs Geratewohl in einem Vegi-Restaurant nahe vom Hotel. Die Auswahl und die vielen schön präsentierten Speisen wurden auf einem Buffet angeboten, das uns einigermassen an eine Schlemmerbeiz in Tarragona erinnerte...

Mittwoch, 10. August

Wir haben beim Erwachen einen brummenden Kopf - vom Durcheinanderessen im Green Pepper gestern Abend? Das Frühstück im Hotelrestaurant erlaubt uns eine rigide Diät zu befolgen, es wird wirklich alles angeboten, was wir uns nur wünschen.
Beim Kaufen des Billets nach Lagos läuft eigentlich alles rund, bis die Beamtin plötzlich etwas Unverständliches fragt, etwas mit "terceira ...". Sie spricht eindringlich auf uns ein, dreht sogar ihren Monitor gegen uns und versucht es noch und noch . Wir sind ratlos, die lange Schlange hinter uns wartet geduldig. Das ist in der Regel so in Portugal. Endlich erbarmt sich hinter uns der junge Mann und hilft uns auf Französisch weiter. Die gute Beamtin fragt uns, ob wir "troisième age" seien.
Das sieht man uns halt nicht an.
Leider studieren wir das Billett nicht mit dem Wörterbuch und verbringen deshalb viel Zeit damit, den Abfahrtsort des Bus' nach Lagos zu finden. Es langt trotzdem noch für einen Kaffee vor der Abfahrt in der Bar, auf den hatten wir uns schon lange gefreut: er ist nämlich noch besser als der bei Adriano in Bern und kostet immer noch 55 Cents. Es ist Hochsaison, der Bus sozusagen vollbesetzt und doppelt geführt. Wir haben verpasst uns vor der Abfahrt mit genügend Wasser und


Unsere Aussicht vom Balkon für die nächsten 10 Tage
Proviant einzudecken und müssen uns bei der Busbegleitung von den bekannten dreieckigen Sandwiches kaufen, die auch an den Kiosken in der Schweiz zu bekommen sind. Die meisten Mitfahrenden steigen in Portimao und Umgebung aus, nur wenige fahren bis zur Endstation.
Nach der vierstündigen Fahrt finden wir in Lagos gleich ein Taxi, der Fahrer stellt uns brummend zu unserem Hotel, weil er hundert Umwege um die ausgedehnte Fussgängerzone durch die Altstadt fahren muss. Zimmer und Aussicht im Lagosmar übertreffen unsere Erwartungen. Und dann sind noch die Möwen, sie schreien, kreischen, pfeifen, quietschen... Tag und Nacht.

Donnerstag, 11. August

Wir fahren mit dem Bus nach Salema. Auf dem Fahrplan ist nicht klar ersichtlich, wo der Bus halten wird, für Salema sind drei Haltestellen angegeben. Aber bei der Einfahrt erkennen wir alles wieder, das sich uns beim ersten Mal eingeprägt hatte: Die abfallende Strasse bei der Haltestelle, das nahe Meer und der Bus, der hier wendet um zur Hauptstrasse zurückzufahren.<<<<<< Wir schauen uns am Strand um, er ist jetzt um halb zwölf sehr belebt und setzen uns dann in die nächste Snackbar. Nach einer Omelette und einem Salat Salema machen wir uns auf die Suche nach der Wohnung, die wir am 20. August besichtigen können. Die gepflästerte Dorfstrasse steigt vom Meer schräg dem Hang entlang auf bis zur Villa Roca, ziemlich steil und eng, wenn ein Auto daher kommt, müssen wir uns an eine Hausmauer drücken. Es ist heiss, die Sonne steht steil über der windstilllen Gasse und es geht weit, bis zum Parkplatz, der von Heidi, der Besitzerin, auf ihrer Website beschrieben ist.
Wir können die Wohnung nur von weitem anschauen. Eine schmale Treppe führt über das ungepflegte Vorgelände auf die Anhöhe, wo das Haus steht. Wir hören, dass die Wohnungen und Terrassen voller Leute sind und kehren wieder um. Es scheint auch keinen anderen Zugang zu geben als die schmale Treppe.
Auf dem Rückweg zum Strand stellen wir fest, wie fantastisch die Aussicht und die Lage ist, das Meer donnert an die Felsküste unterhalb der Casa Roca und man überblickt ganz Salema. Der alte Dorfkern, der auf beiden Seiten der Pflasterstrasse liegt, hat eine wuchtige Erweiterung nach Westen erhalten durch touistische Bauten und Anlagen.

Freitag, 12. August

Dritter Tag am neuen Ort, wie üblich unser Ruhetag. Zum Mittagessen Fisch, 4 Makrelen auf jedem Teller mit Saucenkartoffeln und Gemüse, dazu eine Karaffe Tinto. Alles vorzüglich.
Wir stellen fest: Die Wohnung Alegria in Salema ist für uns nicht geeignet wegen der Anfahrt. Zudem sind die Wegangaben im Internet nur mit Auto in der angegebenen Zeit zurückzulegen. Wir sind uns aber einig, dass wir möglichst in Lagos eine Wohnung finden wollen, um hier einige Wochen im Winter verbringen zu können.
Endlich finden wir uns mit dem WIFI-Einwählprogramm zurecht und können den Adressen im Internet von Wohnungen hier nachgehen. Als erste Wohnung suchen wir nach einer Foto und einem Googlemap-Fähnchen an der Rua Infante de Sagres. Geeignete Karten finden wir nicht und auch das Haus vom Bild nicht.

Samstag, 13. August

Zweiter Anlauf um die Wohnung an der Infante de Sagres zu finden, und wir entdecken ein ähnliches Haus wie auf der Foto in einem Stück Strrasse, das gar nicht mehr angeschrieben und in der Gegenrichtung verläuft. Es ist der Bloco 2 mit vielen Wohnungen, Teil eines grossen Gebäudekomplexes mit Tiefgaragen und Gewerbe im Erdgeschoss. Das ganze befindet sich in Sichtweite der Stadtmauer.
Wir suchen verbissen nach den Adressen im Internet, die wir in Bern gelassen haben. Und wir haben Glück und kommen den Wohnungen auf die Spur, wenigstens im Internet. Gertrud meint sogar eine vielversprechnende auf einer Foto bereits heute gesehen zu haben. <

Sonntag, 14. August

Auf Anhieb finden wir das Haus in der Rua Antalaia und können sogar die ganze Rückfront sehen. Es ist ein älterer Bau in einer Häuserzeile. Im 2. Stock hat es einen langen Balkon auf der Westseite mit Blick auf die Stadtmauer und die verwilderte Grünfläche davor, Schutt und Gerümpel liegen herum. Die Wohnung soll vor einigen Jahren erneuert worden sein. Die Fotos der Agentur zeigen eine eher schmuddelige Einrichtung.

Montag, 15. August, Mariaa Himmelfahrt

Es ist ein prächtiger Morgen und wir wollen in der Morgenfrische weg. Aber im Frühstücksraum verscheucht uns der Chef, das Buffet ist erst ab 8:00 geöffnet, immerhin dann bis 11:00. Wir haben Verständnis für diese Zeiten nach der Betriebsamkeit der vergangenen Nächte ums und im Hotel.
Wir folgen der Promenade bis an die Stadtgrenze und steigen vom Fort zur Stadtmauer hinauf. Es wird schnell warm. Wir verziehen uns bald ins klimatisierte Zimmer und beraten, wie wir vorgehen wollen, nachdem wir eingehend die Unterlagen zu den Ferienwohnungen im Internet studiert haben.

Dienstag, 16. Aufust

Am Vormittag rufen wir die Nummer an, die für eine Wohnung in der Rua Infante de Sagres angegeben ist. Und, wie wir im stillen gehofft haben, meldet sich Jeff am andern Ende, der uns im vergangenen November hier in der Albadeira betreut hat. Wir machen ab, dass er uns am Donnerstag um 10 Uhr einige Wohnungen zeigen wird.
Ungefähr eine Stunde später schickt er ein SMS, er habe da noch eine andere Wohnung, dort wo er logiere.
Um 12:00 treffen wir uns beim Parkplatz hinter dem "Stadttor" der Rua infante de Sagres. Jeff ist galant wie immer, führt uns zu der Wohnung in seinem Komplex und gibt uns ausführlich Auskunft.
Die Wohnung ist neu, 2 Balkone, 2 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, Wohnzimmer mit offener Küche. Alles super bis auf die Heizumg über Aircondition und die Lage am äussersten Stadtrand...
Wir hoffen, dass wir am Donnerstag eine geeignetere Wohnung finden werden

Mittwoch, 17. August

In der Vormittagsfrische machen wir einen kleinen Rundgang durch das Quartier nördlich der Fischhalle bis zur Rua Infante de Sagres und machen überraschende Entdeckungen, vor allem oberhalb der vor einigen Jahren erneuerten Fischhalle.

In der R. Infante de Sagres merken wir uns ein paar Kaffees und eine Konditrorei.
Zum Mittagessen bestellen wir uns ein Joaquinhos, Tomatenrisotto mit Makrelen. Wir glauben unseren Augen nicht: wir erhalten je eine Platte mit etwa 20 fritierten ganzen Makrelen. Alles schmeckt wunderbar.

Donnerstag, 18. August

Punkt 10 Uhr steigen wir beim Parkplatz am Tor bei der Rua Infantes de Sagres bei Jeff in den Volvo. Er zeigt uns eine Wohnung beim McDonalds und 3 im Komplex an der Rua Infante de Sagres. Es ist toll, wie er sich abmüht um uns soviele Möglichkeiten zu zeigen, wo wir den Wingter verbringen könnten. Alle Logis sind gleich teuer, Grösse und Lage spielen keine Rolle und überall hat es 4 deutsche Fernsehprogramme und viele viele mehr, wie Jeff immmer wiederholt. Am Schluss haben wir wirklich dann die Qual der Wahl.
Jeff entlässt uns mit dem Versprechen, uns die Bebilderten Unterlagen zu allen 5 Wohnungen zu mailen.
Bereits auf dem Heimweg werden wir uns einig, dass 4 der Wohnungen zum Teil ziemlich abgelebt sind und nicht mit der ersten vom Dienstag verglichen werden können.
Vom Hotel aus melden wir Jeff, dass eigentlich nur das erste Objekt in Frage käme und wir benötigten einzig die Unterlagen. Und einige Minuten später haben wir sie bereits auf dem Netbook.
Am Nachmittag suchen wir nach der Wohnung vom Dienstag, finden sie aber nicht. Trotzdem, wir entschliessen uns für diese Wohnung mit Klima-Anlage, sie ist erst vor zweieinhalb Jahren gebaut worden, verfügt über zweie Balkone und die Aussicht reicht bis zum Ozean.

Freitag, 19. August

Nach dem Frühstück fragen wir Jeff nach der Adresse unserer Wohnung. Die sei kompliziert, meint er, da sei eine Mail einfacher. Wir vereinbaren noch die Zahlungsmodalitäten und machen ab, dass wir uns vor der Abreise bei ihm melden mit der Vorauszahlung von 20%. Der Rest wird dann fällig beim Einzug, da müssen wir noch die Kontonummer seiner Bankverbindung erfragen.


Neben unserer Wohnung: Porta Piedra
Beim Abheben der 20% von einem unserer Konten zeigt es sich, dass maximal 200€ möglich sind. Wir basteln mit fast allen Kreditkarten den nötigen Betrag zusammmen. Es ist eine Abzockerei ohnegleichen der Banken, und dann kommen auch noch die Wechselgebühren hinzu...
Rua Capitão Salgueiro Maia,, Lotte 4, Ap. 442, das ist die Adresse.
Gertrud sucht den direktesten Weg vom Hotel aus, und nach einer halben Stunde stehen wir vor dem Eingang von Lotte 4A.

Samstag, 20. August

Um 10:30 sind wir bei Jeff zum Bezahlen des Vorschuss'. Er stellt uns Seine reizende Frau Isabelle vor, deren Mutti wohnt in Lissabon. Die Familie v.d. Hoek wohnt in Lotte 3 im 3. Stock, ebenfalls mit grandioser Terrasse und Blick über Lagos und den Atlantik. Wir sprechen noch einige Einzelheiten ab (Bezahlung des Restbetrags in monatlichen Raten von € 600.00 im Voraus, Schlüsselübergabe, Ansprechperson).
Wir schauen uns kurz im Quartier um: ein sehr grosser Spielplatz für Skäter und mehr direkt vor dem Wohnblock, darunter Wiesen mit Feigenbäumen, Treppen zu stimmungsvollen Plätzchen, heute am Samstag sehr viele Familien im Freien bis es zu regnen beginnt, einige kleine Bars und ein Laden mit Frischgemüse, Obst und allem, was "Selbstversorger" brauchen.Eine Strasse weiter unten haben wir gestern einen SPAR gesehen. Das Quartier liegt etwas erhöht, gerade ausserhalb der Stadtmauer und abseits vom Touristenrummel.